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Goethe-Gymnasium Lichterfelde
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Fr7:30 - 13:00 Uhr

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Lycée Fénelon

Austauschprojekt Goethe-Gymnasium - Lycée Fénelon (Paris)

Seit 2007 unterhält das Goethe-Gymnasium Lichterfelde ein erfolgreiches Austauschprojekt mit dem renommierten Lycée Fénelon im 6. Pariser Bezirk (Quartier Saint-Germain).
Der Austausch ist durch die Initiative zweier Lehrerinnen beider Schulen entstanden.
Dabei stand der Wunsch im Vordergrund, Schülerinnen und Schüler für das vertiefende Erlernen der Sprache des Nachbarlandes zu gewinnen, zu begeistern und sie die jeweilige Kultur im Land selbst, in der Schule, in der Familie und in der Stadt eine Woche lang erleben zu lassen.
Die Zielgruppe bilden – aufgrund der besonderen Struktur des französischen Lycée (10., 11., 12. Jahrgang) – interessierte Schülerinnen und Schüler unserer Oberstufe (2. Semester) im LK und GK Französisch.
Die deutschen Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern verpflichten sich zur einwöchigen Aufnahme eines französischen Gastschülers (in der Regel im März/April des jeweiligen Jahres). Unmittelbar daran anschließend findet (in der Regel im April/Mai) der Gegenbesuch unserer Schülerinnen und Schüler in den französischen Familien statt.
Das Programm wird in enger Absprache mit den gastgebenden Kollegen geplant und hat im Allgemeinen ein bestimmtes historisches oder soziokulturelles Thema, das in engem Zusammenhang mit den Inhalten des Unterrichts bzw. aktuellen Ereignissen steht.
Neben einem Schulbesuch (Teilnahme am Unterricht, gemeinsame Arbeit an einem Projekt mit Präsentationen in der jeweiligen Fremdsprache) gibt es ein tägliches Besichtigungsprogramm mit Schülervorträgen an markanten Orten sowie eine Abendveranstaltung für alle Teilnehmer des Austausches (z.B. Theaterbesuch).
Ein Wettbewerb zu unterschiedlichen Themen (z.B. Berlin-Paris, deux métropoles se rencontrent) lenkt den Blick auf interkulturell bedeutsame Aspekte, die in verschiedenen medialen Formen dokumentiert werden. Die besten Arbeiten werden nach der Reise prämiert und der Schulöffentlichkeit präsentiert.
Über einen Blog, den die französische Kollegin eingerichtet hat, haben alle Interessierten die Möglichkeit, neueste Informationen zum Austauschprojekt einzusehen und miteinander zu kommunizieren:

lyceefenelon.blogspot.fr

Austauschfahrt nach Paris zum Lycée Fénelon im März 2018

Ein Tagebuch

Montag, 5.3.2018

Ein Blick auf das Bahngleis 3 um 07:00 Uhr morgens am Bahnhof Südkreuz lässt ein aufregendes Abenteuer erahnen, denn dort stehen wir, eine Gruppe von 13 Jugendlichen und zwei Lehrerinnen mit ICE-Fahrscheinen Richtung Mannheim. Jetzt denkt vielleicht jeder, Abenteuer und Mannheim das passt nicht so ganz. Aber hier beginnt unsere Reise erst richtig. Der TGV soll uns um 16:51 in Paris absetzten – leider geschieht dies erst mit einer Stunde Verspätung. Vor Ort an der Gare de l’Est erwarten uns unsere Austauschschüler, die uns mit einer bise begrüßen, und nach einer kurzen Gruppenbesprechung trennen sich unsere Wege in Richtung unserer neugierigen Gastfamilien.

Dienstag, 6.3.2018

Voller Vorfreude treffen wir – einige früher, einige später – gegen 08:00 Uhr im Parloir des Lycée Fénelon ein. Dort werden wir kurze Zeit später von der Schulleitung begrüßt und bekommen eine knappe Einweisung in das Schulwesen. Daraufhin folgt der Auftakt, der bereits in Berlin vorbereiteten Vorträge, mit Themen rund um Paris, die über den Verlauf der gesamten Woche präsentiert werden. Anschließend begleiten wir unsere corres in den Unterricht und später in die Mensa, um das außergewöhnlich vielfältige Angebot an Speisen, von der Schule spendiert, zu uns zu nehmen. Wir spazieren entlang der Seine zur Notre Dame, die wir einfach zu Fuß erreichen können. Nachdem wir die Kathedrale von Innen bewundern konnten, erklimmen wir die 422 Stufen aus Stein und können eine sensationelle Aussicht über ganz Paris mit all seinen Sehenswürdigkeiten genießen. Am späten Nachmittag wehen uns unsere Haare und Schals auf einer Bootstour mit Les Vedettes auf der Seine um die Ohren. Leider wird unsere Bootstour gekürzt, da die Seine an einigen Stellen durch die Überschwemmungen nicht befahrbar ist. Die Austauschschüler holen uns um 17:30 Uhr am Lycée ab.

Mittwoch, 7.3.2018

An diesem Tag treffen wir uns eine Stunde später, aber trotzdem mit müden Augen, im Parloir und machen uns, gewappnet mit unseren bunten Regenschirmen, in Richtung Musée d’Orsay auf den Weg. Ohne Führung, dürfen wir das beeindruckende Gebäude mit seinen drei Etagen unterschiedlichster Kunst für zwei Stunden besichtigen. Dabei stoßen wir auf berühmte Gemälde von Monet, Cézanne etc., imposante Statuen und Möbelausstellungen – und auf zwei „Schüler“ unseres letzten Austauschs mit der Partnerschule in Aix-en-Provence, die ihre Schulferien in Paris verbringen. Nach dieser angenehmen Überraschung haben wir etwas Freizeit, um unserer Natur als Jäger und Sammler nachzugehen, leider erneut in Kombi mit Regen. Ein ausgiebiger Spaziergang auf der Avenue des Champs-Élysées führt uns dann, am Place de la Concorde und Palais de l’Élysée vorbei, hin zum Arc de Triomphe. Durch Komplikationen ist es uns bedauerlicherweise nicht möglich hinaufzusteigen, trotz schauspielerischem Talent der Schüler. Da die Lehrerinnen unseren Orientierungssinn etwas überschätzen, die Umstiegs-Métrostation wegen Bauarbeiten geschlossen ist und ein für uns wichtiger Bus ausfällt, beschert uns der Rückweg zum Lycée viele Möglichkeiten unser Französisch, durch das Erfragen des Wegs, zu trainieren. Trotzdem kommen wir heil und gesund, jedoch müde, mit schmerzenden Füßen und zweieinhalb Stunden Verspätung bei unseren Austauschschülern an. Nun haben wir wenig Zeit uns auszuruhen, denn gleich darauf steht die Theatervorstellung in der Cartoucherie de Vincennes mit dem berühmten Stück Tartuffe von Molière auf Französisch an, die uns somit einen kulturellen und intellektuellen Abschluss des ereignisreichen Tages bietet.

Donnerstag, 8.3.2018

Heute – Treffen erneut um 09:00 Uhr am Lycée – steht die Besichtigung des Mémorial des Martyrs de la déportation auf der Île de la Cité an, welches wir leider nicht betreten können, erneut wegen der Überschwemmungen der Seine. Trotzdem lauschen wir einem interessanten Schülervortrag über das Thema der zwischen 1941 und 1944 aus Frankreich Deportierten. Anschließend folgt ein Spaziergang durch den Marais (deutsch: Sumpf), ein Stadtteil von Paris, der sowohl zum dritten, als auch zum vierten Arrondissement gehört und das historische Zentrum des jüdischen Lebens in Paris ist, und die Besichtigung des Place des Vosges, der als einer der schönsten Plätze von Paris gilt. Anschließend besuchen wir das Musée Picasso mit einer kurzweiligen, gut strukturierten Führung, die sich nach Meinung aller lohnte. Nachfolgend haben wir Freizeit und finden den Weg diesmal ohne Probleme zurück, wo uns am Lycée unsere Austauschschüler um 17:00 Uhr erwarten.

Freitag, 9.3.2018

Auch am Freitag treffen wir uns wieder um 09:00 Uhr im Parloir. Da wir viel Zeit und ein kleines Programm eingeplant haben, laufen und fahren wir entspannt zum Montmartre. Dort angekommen, werden zuerst einmal Fotos vom berühmt berüchtigten Moulin Rouge gemacht und danach erklimmen wir langsam – nach ein paar Minuten noch langsamer – den kleinen Hügel. Der Aufstieg ist teilweise sehr steil, weshalb wir umso fröhlicher sind, als wir eine kurze Pause vor einem Café einlegen, welches auch im Film Amélie vorkommt. Währenddessen lauschen wir einem weiteren Vortrag einer unserer Mitschülerinnen und marschieren danach bis zur Spitze des Montmartre. Nun stehen wir direkt vor der Kathedrale Sacré Cœur, wo wir für etwas Freizeit entlassen werden. Es entstehen verschiedene kleinere Gruppen und unser Grüppchen besichtigt zuerst Sacré Cœur. Danach genießen wir die Straßenmusik von einem überaus talentierten Trio und gehen schlussendlich über den Place du Tertre zu einem naheliegenden Café. Nach der Freizeit fahren wir mit dem Bus und der Métro zum Louvre. Im Louvre bekommen wir eine zügige Führung von eineinhalb Stunden und schauen uns die bekanntesten und wertvollsten Statuen, Schmuck und Gemälde und unter anderem auch die Mona Lisa an. Danach verabschieden wir uns von der Gruppe, wünschen allen ein schönes Wochenende mit den Gastfamilien und brechen in unseren Freitagabend auf mit nur mäßiger Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr wie richtige Pariser.

Samstag/Sonntag, 10./11.3.2018

Die meisten Franzosen haben Samstagmorgen noch einige Stunden Unterricht, den ein paar von uns Deutschen mitbesuchen, andere schlafen auch gerne länger. Die darauffolgende Zeit wird mit seinem/r corres und der zugehörigen Familie verbracht. Viele besichtigen den Eiffelturm, auch in größeren Gruppen, gehen ins cinéma, besuchen weitere Museen und probieren das Essen in französischen Restaurants etc. Das Wochenende ist schon wieder vorbei bevor man realisiert, dass es überhaupt angefangen hat – man kennt das ja.

Montag, 12.3.2018

Montagmorgen heißt es für einige von uns noch einmal schnell die Taschen packen, für andere, die bereits den Abend zuvor gepackt haben läuft alles etwas ruhiger ab. Aber für alle bedeutet es, Abschied von seinem Austauschschüler und deren Familien zu nehmen. Um 08:00 Uhr steht unsere gesamte Gruppe am Bahnsteig der Métrostation Odéon Linie 4. Einige Austauschschüler verabschieden sich noch am Bahnsteig bevor sie zur Schule gehen und es werden noch ein paar letzte Fotos gemacht, damit man sich auch später noch an diese schöne Zeit erinnern kann. Kurz darauf fahren wir mit der Métro zur Gare de l’Est und steigen dann um 09:06 in den TGV, der uns nach Frankfurt fährt. Von dort aus starten wir mit etwas Verspätung und Zugwechsel zu unserer weiteren Heimreise nach Berlin Südkreuz. Auf der Fahrt erkennt man schnell eine etwas bedrückte Stimmung, zwar herrscht Vorfreude darauf wieder die eigene Familie zu sehen, aber dennoch vermissen wir alle bereits jetzt unser Leben in Paris, den Charme der Stadt, die vielen gemeinsamen Aktivitäten und vor allem unsere neu gewonnenen Freunde.
Es besteht jedoch kein Grund zur Verzweiflung, denn in nur vier Wochen kommen die Franzosen nach Berlin und darauf freuen wir uns alle!

(Kyerra und Luisa, 2. Semester)