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50jähriges Abiturjubiläum 2013

Ein Besuch mit Überraschungen

Unser Abitur und die vor 50 Jahren verliehenen Zeugnisse der Reife war am 05.März 1963 mit dem mündlichen Abitur für 15 Schüler zu einem guten Ende gebracht. Unsere Klasse war seit Start in die Oberstufe als sprachlicher Zug mit Englisch, Französisch und Latein gestartet, unser Klassenlehrer wurde Fritz Neiß, der uns in Mathe und Physik unterrichtete und später Direktor des Tannenberg-Gymnasium war. Direktor und Begleiter unseres mündlichen Abis war Dr. Metag, der noch bis 1973 die Goetheschule geleitet hat.

Über die zurückliegenden Jahrzehnte hat unsere Klasse sich nie aus den Augen verloren, so unterschiedlich die Berufsausrichtung, die familiären Situationen, Freud und Leid jedes Einzelnen sich ergeben haben. So haben wir 2 Klassenkameraden durch frühzeitigen Tod im Alter von 55 bzw. 62 Jahren verloren, die uns bis heute in unserem Gedächtnis sind.

Zwei Klassenkameraden unserer beweglichen “Truppe“ haben sich auf Dauer ins Ausland aufgemacht; eine Mitschülerin nach Brasilien mit ihrer Familie, der andere Mitschüler nach Paris, wo er seit Jahrzehnten mit Familie wohnt und ein Reisebüro betreibt. Nicht rein zufällig fand unser vorletztes Klassentreffen in Paris Ende April 2010 statt und eine kleine Gruppe von Brasilien Fans reiste mit unserer Halb-Brasilianerin im November 2011 durch dieses faszinierende Land.

Es war Mehrheitsbeschluss der 13sb, dass wir unser 50. Abi-Jubiläum in unserer Schule feiern, den Linoleum-Geruch der Flure aufnehmen, unseren alten Klassenraum wiederfinden, eine Führung durch die alte Penne absolvieren und mit der jetzigen Direktorin, Frau Porzelt, ins Gespräch kommen wollten. Dazu sollten noch kleine Überraschungen kommen, die an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

In der Vorbereitung des 03. Mai lernten wir die freundschaftliche Unterstützung durch Herrn Hahner, den Vorsitzenden des Vereins der Goetheschule schätzen, der mit uns die „Dramaturgie“ unseres Festtages entwickelte. Die „Fete“ begann um 12 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse vor dem Zeichensaal mit einem Sektempfang und leckeren Canapées. An dieser Stelle möchten wir Frau Giesen, der Leiterin der Schul-Cafeteria und ihren Helferinnen ein herzliches Dankeschön für den tollen Brunch, der auch ewig hungrige Mäuler stopfte, nachreichen!

Frau Porzelt und Herr Hahner begrüßten uns herzlich. Wir kamen schon zu Beginn in ein freundschaftliches Gespräch und erfuhren manche Details über den heutigen Schulbetrieb allgemein und speziell in unserer Schule. Danach schwärmten wir aus, um den Unterricht in 3 verschiedenen Kursen mit zu erleben. Die für uns interessante Frage war, ob wir irgendwie folgen konnten und in dem Fach Geschichte (es heißt heute natürlich anders…) gelang das auch ganz gut, denn es ging um den Vorabend der französischen Revolution und das war als Rollenspiel zwischen Adel und Bürgertum richtig interessant von den Schülern dieses Grundkurs dargestellt.

Die anschließende Führung, die Herr Hahner mit uns machte, zog sich hin, weil überall Erinnerungen auftauchten, die zu Stopps führten und wir außer dem Boden wohl keinen Raum der Schule ausließen, natürlich haben wir auch unseren alten Klassenraum wiedergefunden.
In einem PC Arbeitsraum trafen wir einen einzelnen Schüler, der sich am PC betätigte. Wir kamen beim Stichwort Gedenkstättenfahrten nach Ausschwitz und Birkenau ins Gespräch mit ihm und Herrn Hahner, der viele dieser Fahrten begleitet hat. Dieses unter die Haut gehende Gespräch führte zu einer Aktion, die wir am Ende noch explizit erwähnen möchten.

Gegen 15 Uhr waren wir mit Anzeichen leichter Erschöpfung nach diesem ewigen treppauf/treppab mit Herrn Hahner ohne die geringsten Anzeichen von Ermüdung (!) vorne weg im Geschäftszimmer von Frau Porzelt angekommen und nahmen artig um den riesigen ovalen Arbeitstisch Aufstellung in Erwartung weiterer möglicherweise überraschender Dinge…

Die Überraschungen nahmen tatsächlich ihren Lauf, indem Frau Porzelt eine feierliche Miene aufsetzte, jeweils eine A4 Mappe in hoffnungsvollen Grün in die Hand nahm, den Namen des Abiturienten des Jahrgangs 1963 aufrief, ihm oder ihr entgegenging und mit freundlichen Lächeln und ebensolchen Händedruck eine von ihr und Herrn Hahner unterzeichnete Ehrenurkunde anlässlich des 50. Abi-Jubiläum überreichte. Das war lt. Programm, das alle Teilnehmer natürlich frühzeitig bekommen hatten, nicht vorgesehen und man konnte beobachten, wie die Gesichter der Empfänger sich von großer Überraschung in ein freudiges Lachen oder zumindest Lächeln verwandelten.

Überraschung Nr.2 folgte auf dem Fuße, indem Herr Hahner einen umfänglichen weißen A4 Umschlag mit dem Namen des jeweiligen Abiturienten /der Abiturientin zückte. Beiläufig erwähnte er, dass er nach langer und sauerstoffknapper Suche auf dem Boden der Schule unsere Abiturklausuren gefunden hat – Frau Porzelt fügte spontan hinzu, dass ihr das nie gelungen wäre – und nun war die 2. Überraschung perfekt und der Beifall für diese Aktion von Herrn Hahner ganz gewaltig! Was wir mit dieser historischen Reminiszenz angestellt haben, kann nicht verraten werden, der Autor dieses Berichts mag nur soweit sein Geheimnis lüften, als er nach dreitägiger Verweigerung, den Umschlag zu öffnen, diesem Drang nicht mehr widerstehen konnte und von einer Ohnmacht bei Deutsch, Englisch, Französisch und vor allem Mathe fiel, denn soviel rote Tinte über fast 2 A4 Seiten hat er noch nie vorher gesehen!

Wir wurden, jetzt bewaffnet mit inhaltsreichen, ja historisch wertvollen Papieren, mit großer Herzlichkeit von unseren Gastgebern verabschiedet. Jetzt brauchten wir so etwas wie eine kleine Rekonvaleszenz nach so vielen Erlebnissen und Eindrücken in so kurzer Zeit.

Wir traten aus dem Schuleingang in die Sonne dieses schönen Frühlingstages, unsere alte Penne blieb hinter uns und die Frage offen, sehen wir uns wieder und wenn ja, wann?

Eine wichtige Erwähnung bleibt dem Schluss dieses Berichts vorbehalten:

Am Abend des 03.05. traf sich die 13 sb, erweitert um die Ehepartner im Tomasa in der Bäkestraße zu einem festlichen Abendessen. Wir sahen viele Fotos aus der Geschichte unserer Klasse, von ganz klein bis zum Abi. Auch unsere berühmte Klassenreise nach Schönwalde am Bungsberg in Schleswig-Holstein und Kopenhagen mit Herrn Neiß in der 12.Klasse stand quasi live wieder vor uns wie auf einer Bühne.

Was wir an diesem Abend einvernehmlich beschlossen haben, war eine Spende für den Verein der Freunde, zweckgebunden für die kommenden Gedenkstättenfahrten. Wir sammelten einen erklecklichen Betrag, den Herr Hahner einige Tage später in der Schule mit einem herzlichen Dankeschön entgegennahm.

Ein großer Tag für die Abiturienten/innen der 13sb des Jahrgangs 1963 ging spät am Abend des 03.Mai 2013 zu Ende…..

Anbei eine Fotoimpressionen unseres Festtages.