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Elternbrief

Religionsunterricht 2012/13

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Religionsunterricht beteiligt sich an der Erfüllung des Bildungsauftrags der Schule. Wie alle anderen Fächer soll er nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch am pädagogischen Auftrag der Schule mitwirken:

  • das Zusammenleben, gegenseitiges Verstehen und Lernen in der Gruppe aufbauen;
  • den ganzen Menschen, also auch das Gefühl und die Handlungsbereitschaft des Schülers ansprechen und stärken;
  • auch dem benachteiligten Schüler die Beteiligung am Unterricht und an den damit verbundenen Gruppenprozessen ermöglichen, sein Sprachvermögen fördern.

Wie in anderen Fächern wird auch in diesem Fach gelesen, diskutiert, nachgedacht, gearbeitet und gelernt. Anders als in der Kirchengemeinde und im Konfirmandenunterricht wird im Religionsunterricht in der Schule nicht „missioniert“.

Lebensfragen bearbeiten

Der Religionsunterricht setzt ein bei den persönlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen der Schüler und bezieht hierauf das Angebot des christlichen Glaubens. Dieses Angebot bringt Antworten und neue Fragen. Es werden im Besonderen Grundfragen des Menschen wie Angst, Glück, Freundschaft, Vergebung und Themen des persönlichen und sozialen Lebens behandelt. Man geht aus von der Umwelt der Kinder und benutzt biblische und außerbiblische Geschichten und Bilder. Für Konflikte des täglichen Lebens werden Lösungen gesucht, vom Leben der Kinder hin zur Bibel – von der Bibel her zum Leben der Kinder.

Den christlichen Glauben kennen lernen

Im Religionsunterricht von heute wird der christliche Glaube nicht vorausgesetzt. Er ist offen für alle Schülerinnen und Schüler. Aber Kinder sollen die Sache des Christentums genau kennen lernen. Sie sollen sich – nach den Möglichkeiten Ihres Alters – damit auseinandersetzen.

Der Religionsunterricht ist ein schulisches Angebot der Kirche. Aber es ist ein Angebot, das in einer Zeit schwindender Bindung großer Teile der Bevölkerung an die Kirche und den Glauben stattfindet. So wird jedes Kind entdecken, dass es zur Religion, zum christlichen Glauben und zur Kirche sehr unterschiedliche Einstellungen gibt und dass viele Fragen und Verhaltensweisen, in denen es im weitesten Sinne um Grundüberzeugungen (Glauben) geht, unter uns umstritten sind. Daran kann und darf der Religionsunterricht nicht vorbeigehen. Er soll die Schüler vielmehr zur Prüfung und Klärung ihrer Einstellungen und Überzeugungen anhalten und sie dazu befähigen, sich in den anders Denkenden hinein zu versetzen und ihn achten zu lernen. Dies geschieht auch, indem andere Religionen, wie z. B. der Islam, thematisiert werden.

Der Religionsunterricht will Kinder und Jugendliche ermutigen, das eigene Leben im Horizont von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu gestalten und lädt sie zur Teilnahme an Initiativen, Gruppen und Gemeinden der weltweiten Christenheit ein.

Mitbestimmung einüben

Im wachsenden Maße ihrer Urteilsfähigkeit muss den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, selbst darüber zu bestimmen, welche Akzente in der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit den Sinn- und Wertfragen gesetzt werden sollen. Das bedeutet konkret: schon von der Mittelstufe an wird der Lehrer seinen Unterrichtsplan mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern besprechen.

Äußere Voraussetzungen

Der Unterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler offen – unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Religionsgemeinschaft oder der ihrer Eltern. Anmeldungen zum Religionsunterricht erfolgen durch die Erziehungsberechtigten oder durch die Schülerinnen und Schüler selbst, wenn sie religionsmündig sind, das heißt vom 15. Lebensjahr an. Eine Anmeldung an der Grundschule gilt an der Oberschule weiter, wenn sie nicht widerrufen wird. An- und Abmeldungen erfolgen grundsätzlich zum Schuljahreswechsel oder zum Halbjahr gegenüber der Schulleitung.

Seit vier Jahren ist für die Schülerinnen und Schüler der 7. und folgenden Klassen das Fach Ethik eingeführt. Gleichzeitig ist die Stundentafel länger geworden. Das liegt aber nicht am Fach Ethik, sondern an der Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre. Da die Anzahl der Unterrichtsstunden bis zum Abitur gleichzeitig nicht verringert worden ist, müssen die Schüler mehr Stunden pro Woche in der Schule sein. Das Fach Ethik hat damit nichts zu tun. Es geht zu Lasten anderer Fächer wie Geographie und Geschichte.
Für den Religionsunterricht hat sich also eigentlich nichts geändert. Schüler, die am Religionsunterricht teilnehmen, haben diese Stunden zusätzlich. Die Kirchen begrüßen die Einführung des Faches Ethik ausdrücklich, weil damit Schüler angesprochen werden können, die bisher vom Religionsunterricht nicht erreicht wurden. Wir hätten uns einen anderen Ausgang des Volksentscheids und die Einführung einer Wahlpflicht Ethik/Religion gewünscht. Es ist nun anders gekommen und wir müssen damit leben, dass Ethik ein verpflichtendes Fach für alle Schülerinnen und Schüler ist, Religion aber nur freiwillig hinzu gewählt werden kann.
Für die Kirchen gehört die Teilnahme am Religionsunterricht zu einem vollständigen Bildungsgang dazu. Dass dazu niemand gegen seinen Willen verpflichtet werden kann, hat in ganz Deutschland Verfassungsrang. Auch nach dem Volksentscheid bleibt das Angebot des Religionsunterrichts bestehen und der Religionsunterricht behält einen wichtigen Stellenwert in der Goethe-Schule und wird von der Schule unterstützt.
Seit einiger Zeit haben wir an der Goethe-Schule mit der so genannten Kooperation zwischen dem Ethik- und dem Religionsunterricht begonnen, wie es das Schulgesetz ermöglicht. In allen Klassen ist das aus verschiedenen Gründen nicht möglich. In den Kooperationsklassen bieten wir eine Wochenstunde Religionsunterricht an (statt zwei), und die evangelischen Religionslehrkräfte gehen für bestimmte, in der Regel religionskundliche Unterrichtseinheiten in den Ethikunterricht. Außerdem haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, Unterrichtseinheiten im Geschichts- und Deutschunterricht mitzugestalten.

Wir weisen an dieser Stelle auch noch einmal darauf hin, dass die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinden gleichzeitig am Religionsunterricht in der Schule teilnehmen sollen.

Wir möchten Sie als Eltern zu einer interessierten, aufmerksamen und positiven Teilnahme an den Fragen des Religionsunterrichts ermutigen, den Ihre Kinder in der Schule erhalten. Es hängt auch von Ihrer Initiative ab, ob der Religionsunterricht gelingt und für Ihr Kind zu einer guten Erfahrung wird.

Der ev. Religionsunterricht ist nach dem neuen Rahmenplan in fünf Lernfelder gegliedert: Gott, Jesus Christus, Mensch, religiöse Zeichen, Ethik.
Mögliche Themen des Religionsunterrichts im 7. und 8. Schuljahr sind u.a.:

  • Mut zum Träumen. Die Sehnsucht nach Anerkennung
  • Entstehung und Überlieferung der Bibel
  • Die letzten Tage der Schöpfung? Verantwortlich mit der Natur leben
  • Reformation: „Das alte Gesicht der Kirche wiederherstellen.”
  • Behindert sein in der “normalen” Gesellschaft
  • Jesus aus Nazareth – seine Geschichte und sein Wirken
  • Frei, nein zu sagen? Suchtverhalten und Suchtgefahren
  • „Ich möchte sein wie …” Vorbilder, Stars, Idole
  • „Plötzlich und unerwartet …” Sterben, Tod und das Leben davor
  • Okkultismus: „Die Geister, die ich rief…”
  • Menschen vieler Religionen und Kulturen in Berlin
  • Gottes Volk für immer. Glaube und Geschichte der Juden
  • Muss ich immer die Wahrheit sagen?
  • Neu anfangen. Wie wir mit Schuld und Versagen umgehen können
  • Muslime leben mit uns. Begegnungen mit dem Islam
  • Die Bergpredigt: Aus Liebe recht handeln
  • „Ich liebe dich!” Freundschaft und erste Liebe
  • Gotteshäuser – Menschenhäuser. Kirchenbauten im Wandel
  • „Gekreuzigt, gestorben, begraben – und auferstanden.” Passion, Karfreitag und Ostern
  • Der Gewalt widerstehen können – ohne Gewalt?
  • Anders als andere Tage: Feste und Festzeiten
  • Lieber Gott, gerechter Gott? Gottesvorstellungen in der Bibel

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Weitere Fragen zum Religionsunterricht beantworten Manuela Stoll (kath.) und Herr Großkurth (ev.) gg.